Heute geht es um Milchprodukte, die ihr Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) erreicht oder überschritten haben. Viele Menschen sind sich nicht sicher, ob diese dann noch genossen werden können.
Viele Produkte sind aber weit über das angegebene MHD hinaus haltbar – hier gilt einerseits: Verlass dich auf deine Sinne – riecht es gut, sieht es gut aus, ist kein Schimmel zu entdecken, dann ist das Produkt bedenkenlos noch zu verzehren. Hilfreich kann dabei auch diese Liste der Tafel Österreich (Ist das noch gut?) sein.
Im Prinzip gilt auch: Je natürlicher ein Milchprodukt erzeugt wurde, desto eher kann es nach dem MHD noch verwendet werden. Bei gutem Rohmilchkäse etwa kann ein Stück schimmelige Rinde einfach großzügig weggeschnitten werden und der Käse (im Zweifelsfall erhitzt, also z.B. zum Überbacken) noch verwendet werden. Immerhin gibt es ja bei vielen Käsearten auch Edelschimmel (Camembert, Blauschimmelkäse).
Bei cremigen Milchprodukten wie Joghurt oder Topfen ist Schimmel allerdings ein Zeichen, das Lebensmittel unbedingt zu entsorgen (z.B. ohne Verpackung in den Biomüll), da wir nicht sehen können, wie weit die Schimmelsporen vorgedrungen sind.
Naturbelassenes Schlagobers, wie wir es bei MILA führen, wird einfach sauer und damit zu Sauerrahm, kann also zumindest zum Kochen für Suppen oder Gemüsesaucen noch verwendet werden.
Und nun zu einem Rezept für abgelaufene (Roh)Milch:
Paneer (indischer Kochkäse) | Ricotta | „Ziger“
Milch unter Rühren in einem großen Topf erhitzen.
Pro Liter Milch kurz vor dem Kochen den Saft 1/2 bis 1 Zitrone hinzufügen.
Nun flockt das Eiweiß aus.
Wir rühren weiter, bis sich Molke und Eiweiß schön getrennt haben.
Dann gießen wir die Masse durch ein mit einem Küchentuch ausgelegten Sieb ab, Topf unterstellen, denn: Die Molke ist sehr gesund, sie kann als erfrischendes Getränk getrunken werden – z.B. auch mit Zitronensaft und geriebenem Ingwer verfeinert.
Es bleibt pro Liter Milch eine Handvoll Käsemasse im Sieb zurück.
Diese kann nun entweder gut abgetropft und bröselig weiterverwendet werden, für Aufstriche oder wie Bröseltopfen, für Burek oder Strudel.
Würzen oder salzen erst jetzt.
Wenn du einen festeren Käse wünscht, so wie es der indische „Paneer“ üblicherweise ist, belässt du die Masse im Sieb, schägst das Tuch oben um und beschwerst das Ganze mit einem passenden Teller und einem entsprechenden Gewicht. Nun im Kühlschrank über Nacht völlig abtropfen lassen, es entsteht eine Art gepresster Käseblock, der sich gut in Stücke schneiden lässt.
Du kannst ihn gewürfelt über indische Currys geben, in Scheiben mit Schnittlauch am Brot essen oder auch kleingeschnitten und in Mehl gewendet herausbacken wie Tofu.
Das Bild oben zeigt Paneer, angerichtet mit Oliven und gebratenen Salbeiblättern als Beilage zu gekochten Erdäpfeln und Karottengemüse.

