Die Grafikdesignerin Ena Kirchner hat das optische Erscheinungsbild für MILA – Mitmach Supermarkt gestaltet. Im Gespräch mit Christina Bell erklärt sie ihre Herangehensweise und die Überlegungen, die zu diesem Ergebnis geführt haben.

Ena Kirchner im Interview.

Du bist Gründungsmitglied des Vereins Vor-MILA. Wie bist du zum Projekt des Mitmach Supermarkt gestoßen?
Durch Freunde von mir, die sich sehr aktiv für die Umsetzung der Idee von MILA eingesetzt haben. Gutes Essen und Ernährung liegen mir schon lange sehr am Herzen.

Beruflich hast du aber nicht direkt mit diesem Thema zu tun?
Nein. Während meines Studiums Design und Produktmanagement habe ich mich mit der Integration von Nutzpflanzen in Wohnräume beschäftigt und ein System zur optimalen Lagerung von Obst und Gemüse entwickelt. Ich mache visuelle Gestaltung von Räumen oder zweidimensional im Bereich Grafik.

Du hast für MILA – Mitmach Supermarkt das Branding gemacht, pro bono. Kannst du kurz erklären, worum es beim Branding geht?
Branding ist das visuelle Erscheinungsbild einer Marke. Das dahinterstehende Konzept, die Idee oder die Persönlichkeit bekommt eine visuelle Gestalt, mit hohem Wiedererkennungswert. Dazu gehört ein Logo, verschiedene Schriftarten für verschiedene Zwecke und eine Farbfamilie. Die optische Identität ist ein guter Anker für die Mitglieder von Mila. Das Branding findet sich zum Beispiel auf den Sackerln, auf den Rechnungen, auf den Produkten wieder. Es schafft ein Gefühl, dass alles zusammengehört und dass die eigenen Werte transportiert werden.

Welche Werte spiegelt das Branding von MILA wieder?
MILA steht für mich für Solidarität, Gemeinschaft, respektvollen Umgang der Menschen miteinander und mit der natürlichen Umwelt und für hohe Qualität. Diese Grundwerte sind in den Gesprächen mit den Gründungsmitgliedern rausgekommen.

Du hast mit vielen Menschen gesprochen und Informationen eingeholt?
Ich habe versucht, die handelnden Personen miteinzubeziehen, sie zu motivieren, zu sagen, welche Werte für sie persönlich wichtig sind und wie sie die Idee von MILA ihrer Nachbarin erklären würden. Bei einer Generalversammlung haben die Anwesenden gezeichnet, welche Produkte sie gerne in dem Supermarkt kaufen würden. Ich habe diese Zeichnungen, die sehr menschlich und natürlich sind, ins Branding einfließen lassen.

Wie würdest du das Ergebnis dieses Branding-Prozesses beschreiben?
Als Marke hat MILA auf jeden Fall eine große Klarheit und Einfachheit. Die Farben sind spielerisch und sprechen sehr viele Menschen an. Nicht nur eine junge Zielgruppe und nicht nur Menschen, die sich hochpreisige Produkte kaufen können. MILA ist nicht ausgrenzend. MILA ist sehr einladend.

Das Branding wird erst dann richtig sichtbar werden, wenn es den Supermarkt wirklich gibt: mit Schildern, Produkten, Regalen und Sackerln und so weiter. Im Moment sichtbar ist auf jeden Fall das Logo. Wofür steht es?
Es besteht aus einem quadratischen Rahmen mit dem Namen MILA und der Unterschrift Mitmach Supermarkt. Der Rahmen gibt Raum und wirkt andererseits auch begrenzend. Er umfasst alle, die bei MILA mitmachen. Innerhalb des Logos gibt es viel Weißraum. Für mich steht er für Offenheit, als Raum für Zukünftiges, für Kommunikation, für neue Mitglieder. Die Schrift des Logos ist einfach und blockartig, sie ist gut lesbar für alle Altersgruppen. Sie strahlt Standhaftigkeit und Dauerhaftigkeit aus und funktioniert gut als Stempel. Das regt dazu an, mit diesem Logo etwas zu machen. Das handschriftliche Element der Unterschrift Mitmach Supermarkt steht für das Prozesshafte: Es passiert etwas, wir sind aktiv, wir sind im Tun.

Was war das Herausfordernde bei der Arbeit an dem Branding?
Es ist ein Balanceakt, wenn man viele Leute mitreden lässt. Da kommt viel persönlicher Geschmack da ins Spiel. Das alles ins Branding einzubauen, die Werte zu transportieren und ein harmonisches Gesamtbild zu schaffen, obwohl so viele Menschen miteinbezogen sind, war das Herausfordernde daran. Bei einem normalen Auftrag sind die Gestaltungsrichtlinien eng, der Kunde oder die Kundin wissen genau, was sie wollen.

Wie sieht deine Arbeit sonst aus?
Ich habe abgesehen von Projekten im Grafikdesign mehrere Ausstellungen geplant, Kaffeehäuser und Restaurants gestaltet. Momentan konzentriere ich mich auf meine Tätigkeit als Keramikkünstlerin.

Hat dir die Arbeit am Branding Spaß gemacht?
Ja sehr, MILA ist ein schönes Projekt.

Ena Kirchner ist Hochbautechnikerin und Designerin. Sie lebt und arbeitet in Wien.
Christina Bell ist Gründungsmitglied von Vor-MILA.

 

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