Frequently Asked Questions


Was ist MILA?
MILA wird ein Mitmach Supermarkt, der uns, den Mitgliedern, gemeinsam gehört. Wir bestimmen die wichtigen Fragen – wie das Sortiment – miteinander. Wir besitzen und gestalten den Supermarkt und alle arbeiten sobald es den Supermarkt gibt drei Stunden pro Monat mit. So haben wir günstigere Preise, als die üblichen Supermärkte. MILA ist dadurch für jedes Geldbörsl leistbar. Genossenschaftersmitglied werden können alle, die diese Grundgedanken sympathisch finden.

Wieso braucht es MILA?
Weil wir Antworten auf die wichtigen Fragen haben. Die üblichen Supermärkte sind kommerziell ausgerichtet. Gewinn ist dort eben ein stärkeres Argument, als sorgsamer Umgang mit Natur, Tier und Mensch. Uns sind Produkte besonders willkommen, in denen mehr Arbeit von Menschen und weniger von Maschinen steckt, mehr Wissen über organischen Anbau und weniger Chemie, mehr faire Produktion und weniger Akkord, mehr Unverpacktes und weniger Plastik, und Obst und Gemüse hauptsächlich dann, wenn es Saison hat. Es macht uns zufrieden, ohne Sonderrabatte und unglaubwürdigen Werbeversprechen beim Einkauf aus einem umsichtig zusammengestellten, ausgewogenen und reichhaltigen Warenangebot wählen zu können.

Wo wird MILA sein?
MILA wird an einem Ort in Wien sein, der gut mit Öffis und für möglichst viele Mitglieder des Vereins Vor-MILA Mitglieder erreichbar ist. Es wird ein Ort in einem dicht verbauten Viertel mit einer bunt gemischten Bevölkerung sein. Denn MILA will auch ein nachbarschaftlicher Treffpunkt werden, wo Einkaufen keinen Stress macht, wo man auch gemütlich plaudern und verweilen kann, wenn man die Zeit dafür hat. Wo der Standort von MILA genau sein wird, hängt auch davon ab, welche leistbaren Immobilien uns angeboten werden – aber im Rahmen dessen, was wir uns wünschen. MILA wird nicht draußen am Stadtrand landen!
MILA wird uns, den Genossenschaftsmitgliedern, gehören. Ob wir die Räume für den Supermarkt kaufen können oder mieten, werden wir erst wissen, wenn wir gemeinsam die Entscheidung über den Standort fällen. Unser Supermarkt wird auf etwa 600 m2 in einem Vollsortiment mehrere tausend Artikel anbieten. Wir wollen eine Kaffee-Ecke oder sogar ein kleines Bistro dabeihaben und Platz für Kinderbetreuung. Natürlich wird es auch ein Lager und Kühlräume geben – vielleicht auch eine Einkochküche.

Wann macht MILA auf?
So bald wie möglich. Von unseren internationalen Vorbildern wissen wir, dass MILA ab ungefähr 3000 Genossenschaftsmitgliedern die günstigen Preise bieten kann, die wir anstreben, ohne dabei Verlust zu machen. Es wird wohl noch gut zwei Jahre dauern, bis wir so viele Mitglieder haben. Davor wird es möglicherweise schon einen Probebetrieb geben, um Abläufe einzuspielen, gleichzeitig noch weiter Genossenschaftsmitglieder zu sammeln und schon einmal das schöne Einkaufen bei MILA auszuprobieren.

Ist MILA ein Supermarkt oder eine Kette? Plant ihr weitere Filialen?
MILA ist als ein Supermarkt geplant, ohne Filialen. Wenn irgendwann in Zukunft andere MILA so toll finden, dass sie irgendwo ein vergleichbares Projekt planen, ist das sehr willkommen. MILA ist als Vorbild für besseres Wirtschaften gedacht – rund um den Globus ist jede Menge Platz für viele MILAs.

Was ist der Unterschied zu anderen Supermärkten?
Da gibt es viele! Fangen wir mit dem Unterschied im Einkaufswagen an: Die Produkte werden günstiger sein, als bei den anderen Supermärkten. Und das ohne aggressive Werbung, ohne Rabattschlachten, ohne Sonderangebotsaktionen. Die braucht es nicht, denn bei MILA geht es nicht um Profit, und was gut ist, wird auch ohne Bewerbung gekauft.
Nicht nur das, die Produkte werden vielfältiger und von besserer Qualität sein, weil alle Genossenschaftsmitglieder von MILA mit ihren verschiedenen Geschmäckern mitgestalten, was in den Regalen landet. Wir selbst entscheiden. Wir selbst suchen aus, was uns gut schmeckt. Wir selbst bestimmen und verfolgen die Nachhaltigkeit und die sozialen Bedingungen, unter denen wir unsere Lebensmittel produziert wissen möchten. Im Unterschied zu andere Supermärkten möchten wir echte Transparenz über unsere Waren.
Ein weiterer Unterschied wird das soziales Erlebnis des Einkaufens sein. Bei MILA soll Einkaufen nicht stressige Notwendigkeit sein, sondern eine Möglichkeit, nette und mit der Zeit bekannte Leute zu treffen – kurz: ein Marktplatz, ein Ort des Austausches, zum Verweilen. Ein Ort, an dem man sein Grätzl kennen lernen kann.

Was ist der Unterschied zu einer Food-Coop?
Eine Food-Coop (kurz für Food Cooperative; auf Deutsch: Lebensmittelkooperative) ist ein Zusammenschluss von Personen und Haushalten, die selbstorganisiert biologische Produkte direkt von lokalen Bauernhöfen, Gärtnereien, Imkereien, usw. beziehen. Bei diesem Modell schließen sich KonsumentInnen und ProduzentInnen direkt zusammen. Das ist ein tolles Prinzip, aber bei einer Food-Coop bekommt man leider nicht alles, was man braucht und muss z.B. Seife, Kaffee und Schokolade noch woanders einkaufen gehen. MILA hingegen bietet ein volles Sortiment von frischen sowie weiterverarbeiteten Lebensmittel und anderen Produkten des täglichen Bedarfs. MILA wird eben ein richtiger Supermarkt, kein spezialisierter (und damit oft teurer) Laden.

Ist bei MILA alles bio und regional?
Bei MILA werden viele Produkte regional und bio sein, aber nicht zwingend jedes. Wir wollen auch konventionelle Produkte anbieten, damit das Angebot wirklich für alle leistbar ist und, weil MILA ein Vollsortiment führen wird – inklusive Kaffee und Mangos und Kardamom. Bei einer Reihe von Produkten gibt es entweder kein regionales oder Bio-Angebot, oder nur zu Preisen, die Teile der Genossenschaftsmitglieder ausschließen würde. Eine Lösung für dieses Problem kann sein, dass es bei den meisten Produktgruppen mindestens ein günstiges und ein teureres Produkt mit gehobener Qualität geben wird.
Außerdem finden wir, dass wir bei MILA Regionalität und bio gemeinsam neu denken lernen können. Ist Gemüse nur biologische, wenn es ein Zertifikat trägt? Regional muss nicht „heimisch“ heißen – ein Bier aus Vorarlberg ist vielleicht weiter gereist als ein slowenisches oder eines aus Brünn. Und wie können wir Regionalität bei Importprodukten, wie Tee oder Bananen, definieren? Zum Beispiel darüber, wie viel von der Wertschöpfung bei jeweils lokalen Bauern und Bäuerinnen, in handwerklicher statt industrieller Weiterverarbeitung oder Gemeinden bleibt? Genau solche Fragen werden bei MILA direkt und gemeinsam diskutiert – das ist gelebte, demokratische Selbstbestimmung darüber was wir essen, wie und mit welchen Konsequenzen für Mensch und Umwelt es hergestellt wird. Das ist Ernährungssouveränität.


Was krieg ich alles bei MILA?
Bei MILA gilt das Prinzip one-stop-shop – also das, was so super ist an Supermärkten: Ein Geschäft führt alle Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs. Eine Station reicht, um die Einkaufsliste abzuhaken. Außerdem gibt es bei MILA keine elitäre ‘Bio-Polizei’ – MILA wird kein Club der guten (und gut betuchten) KonsumentInnen, sondern ein Ort der Offenheit und Vielfalt, wo jede und jeder auch Gummibärchen und Cola kaufen kann. Wir wollen Zahnpasta und Fahrradschläuche, Schokoriegel und Limos, genauso wie seltene Gemüsesorten von Palmenkohl bis Ringelbeete, alle Gewürze, die man sich erträumen kann, Emmentaler genauso wie ungewöhnliche Käsesorten, oder tolle Biere aus Tschechien! Wir wollen einfach geile Lebensmittel, weil alle super Sachen essen wollen und sollen!

Wo kauft MILA ein?
MILA wird beim Großhandel einkaufen, aber auch bei kleinen ProduzentInnen, soweit das logistisch möglich ist. Besonders interessiert sind wir, uns mit selbstbestimmten ProduzentInnengenossenschaften zusammen zu tun: mit genossenschaftlichen Gemüsebauern oder Käsereien beispielsweise. Wir möchten möglichst lokal, regional, und biologisch einkaufen und, dass Produkte nachhaltig hergestellt werden. Wie vielfältig der praktische Einkauf in MILA dann schlussendlich wird, hängt von der Kreativität der Genossenschaftsmitglieder ab. Genau solche Fragen bearbeiten wir gerade gemeinsam in der Aufbauphase.
MILA wird eine Genossenschaft für KonsumentInnen, nicht für ProduzentInnen. Wir werden keine CSA (Community Supported Agriculture) – nicht, weil wir solidarische Landwirtschaft für ein schlechtes Modell halten, sondern weil wir etwas anderes werden. Eben, ein Supermarkt. Trotzdem können und werden wir bei MILA anders mit den ProduzentInnen umgehen, als viele von ihnen über die großen Supermarktketten berichten. Wir beabsichtigen eine gute Partnerschaft mit den ProduzentInnen: Fair, auf Augenhöhe, ohne Preisdrückerei, wertschätzend für die geleistete Arbeit. MILA möchte gute Preise zahlen, die durch die Mitarbeit Aller auch für alle EinkäuferInnen leistbar bleiben.

Was kosten die Sachen bei MILA, gibt es gestaffelte Preise?
Geplant ist ein fixer Aufschlag auf den Einkaufspreis, um die Infrastruktur von MILA zu erhalten. Der wird aber deutlich unter dem durchschnittlichen Aufschlag von kommerziellen Supermärkten liegen, weil wir durch die gemeinsame Mitarbeit Lohnkosten sparen, und weil es bei MILA ja nicht um Profit geht! Der Preis der Waren im Einkaufswagerl wird damit niedriger: Ein Haushalt, der seinen Lebensmittelbedarf bei MILA deckt, wird gegenüber dem Einkauf im Supermarkt voraussichtlich mehrere hundert Euro pro Jahr einsparen können.
Staffelpreise in den Supermarktregalen sind aber nicht vorgesehen. Wir finden, dass Sozialpreise schnell Teile der einkaufenden Genossenschaftsmitglieder stigmatisieren und zu einer Art Klassensystem in der Genossenschaft führen können – das wollen wir auf keinen Fall. Im Supermarkt sind alle gleich – die leistbaren Preise für alle, werden von allen zusammen getragen!

Wird es ein Lieferservice geben?
Das ist zur Zeit nicht geplant – aber wie bei allen Entscheidungen und neuen Ideen für MILA, hängt es von den Wünschen und dem Engagement der Genossenschaftsmitglieder ab. Wenn wir uns irgendwann dafür aussprechen und die Logistik selbst entwickeln, dann wird ein Lieferservice dementsprechend eingerichtet. MILA ist ein lebendiger Prozess, der stetig wachsen und sich weiterentwickeln kann.


Was macht ihr mit dem Profit?
In der Startphase werden aus einem vorgesehenen geringen Überschuss Kredite aus der Aufbaufinanzierung zurückgezahlt werden. Für die gekaufte Kühltechnik, Umbaukosten am Standort, etc. Danach wollen wir ein kleines Polster für Krisenzeiten ansparen. Sobald das geschehen ist, wird der Aufschlag auf die Produkte soweit reduziert, dass der Profit die jährlich anfallenden Investitionen in die Supermarkt-Infrastruktur oder unsere Miete deckt, aber nicht darüber hinaus geht. MILA braucht keinen Überschuss, weil es keine Gewinnabsicht gibt. Alles was wir erwirtschaften fließt in unseren gemeinsamen Supermarkt zurück: In günstigere und noch bessere Produkte, in den Aufrechterhalt der Ladenfläche, usw.
MILA wird ein gelebtes Beispiel für eine alternative, eine gerechtere und eine unserer Meinung nach sinnvollere Art zu Wirtschaften sein, als wir es derzeit von den meisten Unternehmen gewohnt sind. Wirtschaften heißt bei MILA, einen nutzbringenden Ort aufzubauen und zu erhalten – die Dienstleistung, Menschen in der Stadt mit gutem Essen zu versorgen. Es geht nicht um Profit in irgendjemandes Tasche – den wird es auch nicht geben, weil aller Gewinn gleichmäßig in die MILA-Einkaufssackerl rieseln wird. Das ist die Grundidee der Genossenschaft!

Wie vermeidet MILA Lebensmittelabfälle und was machen ihr sonst mit ihnen?
Da gibt es mehrere parallele Ansätze. Zuerst einmal wollen wir anders bestellen und einlagern, als es gerade bei den großen Supermarktketten üblich ist. Dort werden gekühlte Lagerräume typischerweise klein gehalten und Lebensmittel sehr knapp bestellt, um Kosten zu sparen. Dadurch verlieren die Filialen aber Flexibilität: Wenn einmal weniger Hühnerfleisch gekauft wird, als zuzüglich zur nächsten Lieferung Platz hat, muss die Ware fort. Die Entsorgung und Verschwendung kostet betriebswirtschaftliche weniger. MILA rechnet anders: MILA rechnet sinnvoller, weil wir den Nutzwert der Lebensmittel als Nahrung nicht auf den ihren Profit reduzieren. Dementsprechend möchte MILA schon im Ansatz durch mehr Kühlräume und unsere Einkaufsstrategie Abfälle weniger wahrscheinlich machen.
Wenn doch etwas übrig zu bleiben droht, gibt es zusätzliche Ideen, wie Verschwendung vermieden werden kann. Bald ablaufende Ware könnte als solche im Regal markiert werden, beispielsweise. Das funktioniert erfahrungsgemäß in der Park Slope Food Coop sehr gut: Weil alle EinkäuferInnen ja MitbesitzerInnen am Supermarkt und damit an allen Produkten darin sind, haben sie ein eigenes Interesse daran, dass nichts schlecht wird, nichts übrig bleibt. In der Filiale in New York kramen die Mitglieder nicht nach dem Joghurt, der noch am längsten haltbar ist – sondern im Gegenteil nach dem, der am schnellsten gegessen werden möchte. Wenn dann immer noch etwas übrig bleibt, könnte ein Teil an soziale Einrichtungen weitergegeben werden, oder in einer MILA-Küche noch weitergearbeitet werden. Aus gatschigen Tomaten wird dann etwa noch die MILA-Passata. Und die allerletzten Reste kommen dann hoffentlich in den MILA Kompost!

Wie geht ihr mit Verpackungen um?
Weil es bei MILA ja auch industriell hergestellte Waren geben wird, werden wir nicht komplett plastikfrei sein können. Wo immer es Sinn macht – bei offenen Produkten: Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse, Kaffee, Zucker, aber denkbar sind auch industrielle Waren wie Waschpulver und Spülmittel – werden wir möglichst auch verpackungslose Varianten anbieten. Wo es noch keine verpackungslose Einkaufsmöglichkeit gibt, können die Genossenschaftsmitglieder von MILA selbst kreativ werden und nach Alternativen suchen und diese diskutieren. Auch hier gilt die Devise, dass Plastik nicht kategorisch verboten wird, sondern dass wir gemeinsam Strategien oder auch Bildungskampagnen innerhalb der Genossenschaft zur Reduktion von Müll erarbeiten.

Seid ihr ein Verein oder eine Genossenschaft?
Wir haben den Verein Vor-MILA gegründet, der unter anderem das Umfeld für MILA – Mitmach Supermarkt bereitet. Der Verein Vor-MILA sensibilisiert die Öffentlichkeit über die Notwendigkeit für gute Ernährung für alle im Sinne der Ernährungssouveränität mittels Förderung von Arbeitstagungen, Informations- und Diskussionsveranstaltungen, kulturellen Aktivitäten, agrarpolitischen Aktionen, Veranstaltungen der Erwachsenenbildung, und ähnlichem zur Verbreitung von Informationen über ein ökologisch nachhaltiges und sozial gerechtes Ernährungssystem.

Die Vereinsmitglieder arbeiten in Arbeitsgruppen zu zahlreichen Themen bei der Vorbereitung mit. Sobald die Genossenschaft gegründet ist, werden alle Vereinsmitglieder, die im Supermarkt einzukaufen beabsichtigen, in die Genossenschaft eintreten und selbst GenossenschafterIn werden. Eventuell wird auch der Verein parallel weiterbestehen – auch nachdem die Genossenschaft gegründet wurde, um etwa Vernetzungsarbeit zu machen.

Wie werde ich Mitglied? Wer kann da mitmachen?
Wer Mitglied im Verein Vor-MILA werden möchte, bekundet sein Interesse am Besten direkt auf der Homepage oder in einem Mail an mitmachen@mila.wien. Wir laden zu einem Infogespräch ein. Beim Infogespräch kann man dann einen Antrag auf Mitgliedschaft stellen und sich schon überlegen, in welchen Bereichen und Arbeitsgruppen man mitarbeiten möchte. Formal aufgenommen werden die neuen Mitglieder vom Vorstand. Mitmachen können alle, die mit der Idee von MILA sympathisieren.

Wieviele Mitglieder braucht MILA zum Start?
Von unseren Vorbildern La Louve in Paris und Park Slope in New York wissen wir, dass wir etwa 3000 Mitglieder brauchen, um ein reichhaltiges Sortiment zu attraktiven Preisen anbieten zu können, ohne Verluste zu machen.

Was tu ich als Mitglied?
Nicht nur den Mitgliedsbeitrag zahlen. 🙂 Als Mitglied im Verein Vor-MILA kannst du in der Mitgliederversammlung mitbestimmen. Du hast zu allen Anträgen Stimmrecht und kannst selbst spezielle Anliegen in Anträgen zum Thema machen. Besonders willkommen ist die Mitarbeit in einer oder mehreren Arbeitsgruppen, die an der Vorbereitung des Supermarktes arbeiten. Wenn du nur daran interessiert bist, bei MILA einzukaufen, sobald der Supermarkt selbst besteht – d.h. wenn dir die Zeitressourcen oder schlicht und einfach die Muße fehlen, um dich aktiv in der Aufbauphase zu beteiligen, die Idee von MILA aber unterstützenswert findest – dann kannst du auch ein sogenanntes Soli-Mitglied werden. Du bist dann auch Teil von Vor-MILA und bekommst einen zukünftigen Genossenschaftsplatz garantiert, bist im Unterschied zu einem aktiven Mitglied aber nicht direkt an den Arbeitsprozessen des Genossenschaftsaufbaus beteiligt.
Arbeitsgruppen für aktive Mitglieder gibt es derzeit zu folgenden Themen: Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen, Standort, Infogespräche/Mitgliederverwaltung, Sortimentspolitik und IT/Digitale Infrastruktur. Bei Bedarf und je nach Engagement und neuen Ideen der Mitglieder werden weitere Arbeitsgruppen eröffnet. Die Arbeitsgruppen bestehen aus Kernteams, die ständig am Thema arbeiten und aus Interessierten, nicht so viel Zeit haben und als wertvollen Beitrag ab und zu eine konkrete Aufgabe bearbeiten.
Mitglied in der Genossenschaft wirst du, indem du einen oder mehrere Genossenschaftsanteile zeichnest. Es gilt aber trotzdem: Egal wie viele Anteile du zeichnest, hast du nur eine Stimme. Das ist uns sehr wichtig, damit niemand innerhalb von MILA sich mehr Macht und Einfluss kaufen kann. Mehrere Anteile zu nehmen, unterstützt MILA finanziell, ändert aber nichts an den Regeln der Mitbestimmung. Der Genossenschaftsbeitrag wird eine einmalige zu zahlende Summe sein, die beim Austreten wieder komplett rückerstattet wird. Der reguläre Genossenschaftsbeitrag soll 100 Euro betragen, aber wir planen eine soziale Staffelung, um allen Menschen ungeachtet ihrer finanziellen Lage den Eintritt zu ermöglichen.
Sobald der Supermarkt dann eröffnet, kannst du alle Vorteile des Einkaufens bei MILA genießen. Das umsichtig zusammengestellte reichhaltige Sortiment, die günstigen Preise, das nachbarschaftliche Plaudern mit all den Bekannten, die du dort triffst. Du arbeitest dann drei Stunden pro Monat im Supermarkt mit, in einem Aufgabenbereich, der deinen Interessen möglichst nahe kommt und in einem fixen Team, das aufeinander eingespielt ist. Diese Mitarbeit macht die günstigen Preise bei MILA möglich, denn Arbeit ist in normalen Supermärkten der größte Kostenfaktor.

Wie werden bei MILA Entscheidungen getroffen?
Das oberste Organ ist die Mitgliederversammlung. Sie trifft die wichtigen Entscheidungen, in denen es um strategische und finanzielle Fragen geht. Sie wählt auch den Vorstand, der die Entscheidungen der Mitgliederversammlung umsetzt und das Tagesgeschäft von MILA ehrenamtlich leitet. Die Mitgliederversammlung entscheidet demokratisch auch über alle Anträge, die von Mitgliedern gestellt werden. Bei Generalversammlungen haben alle Vereinsmitglieder eine Stimme – egal wie hoch der Vereinsbeitrag ist, in wie vielen Gruppen man sich einbringt, oder ob man im Vorstand ist oder nicht. Ein Mitglied – eine Stimme. Im Verein werden so die Entscheidungen der Vorbereitungsphase beschlossen. Sobald MILA eine Genossenschaft und ein physischer Supermarkt wird, gilt es die Entscheidungen des laufenden Betriebs gemeinsam zu entscheiden. Auch in der Genossenschaft wird über alle wichtigen Beschlüsse gemeinsam, mit gleichem Stimmrecht für alle entschieden.

Was ist, wenn ich nicht Deutsch kann und trotzdem bei den Mitgliederversammlungen mitreden will?
Am besten suchst du dir ein Mitglied, das in beiden Sprachen kommunizieren kann, dem du deine Anliegen mitteilst, und das sie für dich in der Mitgliederversammlung vorbringt. Auf den Mitgliederversammlungen werden wir uns bei Bedarf bemühen, Flüsterübersetzungen zu organisieren – wobei dies wohl erst bei physischen Treffen wieder funktionieren wird, sobald das wieder erlaubt und verantwortbar ist. Flüsterübersetzungen auf Zoom sind leider schwierig. Solche Übersetzungsarbeit könnte eventuell auch von deinem ‘Vertrauensmitglied’ geleistet werden.
Außerdem arbeiten wir an einer englischen Version unserer Website und, je nach Sprachkompetenzen der MILA-Mitglieder, an noch mehr Versionen – vielleicht bist du ja schon eine oder ein zukünftiger Übersetzer von MILA?

Kann man bei MILA auch einmal einkaufen, oder muss man Genossenschaftersmitglied sein?
Es ist ein Grundsatz von MILA, dass man Genossenschaftersmitglied sein muss und seine laufenden Verpflichtungen erfüllt, um einkaufen zu können. Mitbestimmen, mitarbeiten und einkaufen gehören bei MILA zusammen. Die Mitgliedskarte/Genossenschaftsmitgliedschaft ist die Einkaufsberechtigung.

Was heißt „arbeiten“, was gibt’s dort zu tun?
Zu tun gibt es alles, was im Supermarkt so anfällt. Regal einräumen ist ein Teil davon, aber genauso, Ware von Lieferanten zu übernehmen und ins Lager zu transportieren, Obst und Gemüse auszusortieren, Preisschilder anzubringen oder zu aktualisieren, zu kassieren, aufzuräumen und zu wischen, Müll zu entsorgen, Lagerbestände zu kontrollieren, zu bestellen, und vieles mehr. In unseren Supermarkt-Vorbildern gibt es zum Beispiel auch Schichten, in denen sich Genossenschaftsmitglieder um den Kompost kümmern, oder Kinderbetreuung für andere Mitarbeitende übernehmen.
Die Arbeit ist also einerseits vielfältig und bietet Möglichkeiten, neue Kompetenzen und Selbstorganisation zu lernen. Gleichzeitig ist sie aber v.a. gesellig und soll auch Spaß machen: Man arbeitet als Team, lernt sich kennen, knüpft neue Freundschaften und erfährt gelebte Kooperation und Solidarität. Aus den drei Stunden Arbeit pro Monat von jedem Genossenschaftsmitglied ergibt sich ein großer, lebendiger Organismus.

Was ist mit meinen Arbeitsstunden, wenn ich krank bin?
Mitarbeiten wird die Bedingung sein, um bei MILA einzukaufen, weil der ganze Mitmach-Supermarkt auf diesem System beruht. Aber Ausfälle passieren natürlich, das ist klar und auch schon mitgedacht. Bei unseren Vorbildern in New York und Paris gibt es sehr klar definierte Regeln für Ausfälle, um zu verhindern, dass die Abläufe ins Stocken geraten und die Arbeitsaufteilung auch wirklich gerecht bleibt. Beide Modelle sehen vor, dass man bei Ausfall die Arbeitsstunden innerhalb einer vorgegebenen Zeit doppelt nachholt. Der Grund muss nicht angegeben werden, es geht um Vertrauen – nicht um Kontrolle!

Kann ich meine Arbeitsstunden auch abbezahlen?
Nein – das würde die Grundsätze des Konzepts von MILA unterwandern. Innerhalb der Genossenschaft, darf und kann der Geldbeutel nicht bestimmen, wer mehr oder weniger arbeitet: Alle arbeiten gleich viel mit, alle bestimmen gleich viel mit, alles besitzen gleich viel mit. Alle arbeiten im gleichen Maße füreinander – nicht die einen mit weniger Geld für die anderen mit mehr. Deswegen, können die Arbeitsstunden auch nicht übertragen werden. Viele Genossenschaften, die es schon gab und noch gibt, haben unserer Ansicht nach aufgehört, wahre Genossenschaften zu sein, weil das Prinzip der Demokratie und der Gleichheit aller Genossenschaftsmitglieder untereinander bei der Mitgestaltung verloren ging. Damit das bei MILA nicht passiert, wird es Regeln geben, die Ungleichheit unterbinden können. MILA möchte ein sozialer Ort sein, an dem Ungleichheiten, im Gegenteil, aktiv abgebaut werden, durch das Kennenlernen auf Augenhöhe über soziale Unterschiede hinweg.

Wird es auch Anstellungen/reguläre Arbeitsverhältnisse geben?
Ja, das ist geplant – aber es wird nur ganz wenige Anstellungen geben. Bei einigen Arbeiten wird es wichtig sein, Überblick und Wissen über die Arbeitsabläufe gebündelt zu haben. Das betrifft zum Beispiel die Mitgliederverwaltung, oder Teile der Einkaufslogistik und Finanzen. Wir rechnen im Moment mit circa vier bis fünf Festangestellten – der Rest der Arbeit wird gemeinsam durch die drei Monatsarbeitsstunden der Mitglieder getragen werden.

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