Am 17. Jänner wurde der Verein Vor-Mila im Amerlinghaus in Wien gegründet. Bei warmem Licht und kalten Getränken suchten sich die 26 Gründungsmitglieder den Namen MILA gemeinsam aus. Von nun an leistet der Verein Vor-MILA die Vorbereitungen für die zukünftige Genossenschaftsgründung und steht allen Interessierten offen. Treibende Kräfte im Verein sind spontan Begeisterte, sowie Menschen, die sich schon vor der Vereinsgründung für die Idee eines partizipativen Supermarktes in Wien eingesetzt haben. Zum ersten Mal getroffen hatten sich die InitiatorInnen im Dezember 2019 – nach Wiener Tradition – in einem Kaffeehaus.

2020 war für uns alle ein besonderes Jahr: Stillstand war für MILA trotz Corona keine Option. Auch wenn es wenige persönliche Treffen gab, so konnte das unseren Tatendrang nicht aufhalten. Vorstandssitzungen, Arbeitsgruppentreffen, Workshops, Mitgliederversammlungen und Klausuren fanden aufgrund von Corona und noch nicht vorhandener eigener Infrastruktur an den unterschiedlichsten Orten statt: in einem Plattengeschäft, in den Büros von Attac und Südwind, in WGs, in Innenhöfen, auf Dachterrassen und natürlich per Zoom.

Unser Logo
Gleich zu Beginn haben wir das visuelle Konzept für MILA gestaltet sowie die Arbeiten an der ​​​​​​​Homepage www.mila.wien begonnen. Außerdem haben wir uns um das Infomaterial gekümmert und Flyer, große Banner und Infokärtchen produziert. Unser Social-Media-Team hat Kanäle auf Facebook und Instagram eingerichtet und versorgt diese regelmäßig mit Neuigkeiten und Fotos.

Im Sommer 2020 kam es zu Veränderungen im Vorstand und neue Mitglieder wurden in den Vorstand aufgenommen. Im Laufe des Jahres 2020 gründeten sich sechs Arbeitsgruppen, die sich mehr oder weniger regelmäßig treffen, intern Aufgaben verteilen und im Team arbeiten. ​​​​​​​Die Arbeitsgruppen sind: Finanzen/Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit, Standort, Mitglieder-/Infogespräche, IT und digitale Infrastruktur und Sortiment. Die Arbeitsgruppe Sortiment setze erste Schritte, um das zukünftige Sortiment von MILA zu entwickeln. Denn MILA wird ein Vollsortiment anbieten, was bedeutet, dass wir von der Zahnpasta bis zum Paprikapulver so gut wie alle Artikel des täglichen Bedarfs anbieten werden. Auch bei einer der Mitgliederversammlungen in der VHS/Netzwerk Zivilgesellschaft im 15. Bezirk widmeten wir uns dem Schwerpunkt Sortiment und fragten uns: “Was wollen wir wie kaufen, wenn wir kaufen?”.

Filmabend
Wie ein Supermarkt für Alle funktionieren kann, war am 14. Oktober bei der Österreichpremiere des Films „Food Coop“ im Stadtkino im Künstlerhaus in Wien zu sehen. Mit  coronabedingt erlaubten 160 BesucherInnen war die Premiere ausverkauft und hätte unter den gegebenen Bedingungen nicht besser laufen können. Ein motiviertes und interessiertes Publikum und dazu eine Live-Schaltung mit Tom Boothe, dem Regisseur und Gründer des kooperativen Supermarkts La Louve in Paris, machten den Abend zu einem Erlebnis.  Der erste öffentliche Auftritt von MILA stieß auf reges Medieninteresse. DER STANDARD, KURIER, Die Presse, FM4, Mosaik-Blog, Radio Orange, vienna.at, die Wiener Bezirkszeitungen, Kronen Zeitung und viele mehr berichteten. Ab sofort wird neben den Mitgliedernachrichten auch regelmäßig ein Newsletter für Interessierte verschickt ​​​​​​​und für 2021 ist bereits ein Imagefilm und eine Kampagne zur Mitgliederwerbung in Planung.

Mitgliederzuwachs
Mitglieder bilden die Basis für MILA. Viele engagierte Menschen schaffen als Teil von Vor-MILA die Voraussetzungen, um einen genossenschaftlich organisierten Mitmach-Supermarkt in Wien zu gründen. Je mehr Leute sich mit all ihren unterschiedlichen Talenten und Interessen einbringen, desto schneller kommen wir ans Ziel! Um die Genossenschaft gründen zu können, brauchen wir 2000-3000 Mitglieder.​​​​​​​ Der aktiven MILA-Mitgliedschaft geht die Teilnahme bei einem unserer Infogespräche voraus. Während des ca. einstündigen Infogesprächs stellen wir Vision und Konzept von MILA vor, beantworten Fragen und besprechen etwaige Mitmach-Möglichkeiten. Bei den regelmäßig stattfindenden Infogesprächen – im Sommer und Frühherbst noch im Amerlinghaus und später online – konnten wir unsere Mitgliederzahl auf derzeit ca. 200 Personen steigern. In den letzten Wochen konnten wir auch die AG Infogespräche ausbauen, was uns ermöglicht, flexibler zu arbeiten und mehr Infogespräche anzubieten. Es macht Spaß über unser Projekt zu informieren, zu diskutieren und sich mit anderen darüber auszutauschen. Wir haben ein Buddy-System etabliert, was neuen InfogesprächlerInnen einen leichten Einstieg ermöglicht.

Die Standortfrage
Neben dem Aufbau von Mitgliedern stellte sich die Standortsuche als die zweite große Priorität heraus. Doch welchen Ort suchen wir eigentlich für MILA? Mit dieser Frage hat sich die Gruppe im Herbst und Winter intensiv befasst. Dazu wurden Erfahrungen aus den bestehenden Projekten zusammengetragen, sowie diverse Kriterien für den Standort erarbeitet. Dabei geht es sowohl um die Lage in der Stadt und die Nachbarschaft, als auch um die gesuchten Räumlichkeiten. In einer umfassenden Diskussion in der Arbeitsgruppe als auch mit den Mitgliedern bei der Generalversammlung wurden Kriterien für den gesuchten Standort erarbeitet. Nun sind wir mit Akteuren der Stadt Wien, mit Bauträgern und gemeinschaftlichen Wohnprojekten im Gespräch über einen möglichen zukünftigen Standort.

Finanzen
Die Arbeitsgruppe Finanzen hat daran gearbeitet, einen Überblick über mögliche Finanzierungsmöglichkeiten zu schaffen. Für die Entwicklung des Mitmach Supermarkts suchen wir Spenden, Crowd Funding und Förderungen aus diversen Quellen. Außerdem ist der erste Business-Plan​​​​​​​ entwickelt worden. Für den Verein haben wir Vereinskonten bei der genossenschaftlichen GLS-Bank als auch bei der Erste Bank eingerichtet. Wir danken allen tatkräftigen SpenderInnen und freuen uns auch 2021 über finanzielle Unterstützung.

Seit Dezember verstärken zwei Trainees unser Team und unterstützen uns für die nächsten Wochen bei der Mitgliederbetreuung und unseren internen (digitalen) Strukturen. Denn hier gab es, dank der steigenden Mitgliederzahlen und dem großen Interesse, einiges zu tun. Wir verfeinern laufend unsere Mitgliederdatenbank und verbessern unsere digitale Infrastruktur zu Wissensmanagement,  Datenaustausch und gemeinsamen Arbeiten. Die Arbeitsgruppe IT/Digitale Infrastruktur war dazu besonders gefordert.

Europaweite Vernetzung
MILA ist seit seiner Gründung mit gleich gesinnten Projekten in ganz Europa, vor allem in Frankreich und in Deutschland (u.a. mit La Louve in Paris, Superquinquin in Lille, Food Hub in München, Köllektiv in Köln und Supercoop in Berlin) in Austausch. Gemeinsam mit den deutschsprachigen Projekten treffen wir uns seit August monatlich in einer Videokonferenz, um über unterschiedliche Themen wie Entscheidungsfindung, IT Infrastruktur, Finanzen etc. zu diskutieren. Zusammen haben wir 2020 zwei Online-Filmvorführungen mit anschließendem Austausch organisiert.

Wir können auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken und freuen uns darauf 2021 an unserem Ziel weiterzuarbeiten: einen Supermarkt für alle in Wien zu verwirklichen. Hoffentlich mit wieder mehr Treffen in Kaffeehäusern und weniger über Zoom. An dieser Stelle noch ein großes DANKE an alle, die dabei sind und sich tatkräftig für MILA engagieren! Wir freuen uns sehr, wenn wir noch Verstärkung bekommen! 

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